Tagestipps im Radio

Tagestipps

Samstag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Rückkehr nach Asprovalta Die Geschichte einer griechischen Gastarbeiterfamilie Von Rainer Schildberger Regie: Giuseppe Maio Mit: Luise Wolfram und dem Autor Ton: Martin Seelig Produktion: rbb 2019 Länge: 51"19 "Gastarbeiter", wie man sie früher nannte, hatten oft den Plan, nach einigen Jahren in ihre Heimat zurückzukehren. Wenige haben ihn verwirklicht. Pavlos und seine Frau Anatoly schon - aber erst nach vierzig Jahren. 1964 kommen Pavlos und seine Frau Anatoly als junge Gastarbeiter nach Deutschland. Der Plan: Wir machen das ein paar Jahre, sparen und kehren dann zurück. Aber der Plan geht nicht auf. Denn es gefällt ihnen im fremden Land, wo es Regeln gibt und Rechte und Aufstiegschancen. Sie bleiben. Auch wegen der Kinder, die irgendwann eigene Pläne haben. Erst nach über 40 Jahren kehren Pavlos und Anatoly zurück. Die Sehnsucht nach der Heimat war immer da. Aber hier merken sie, wie deutsch sie geworden sind. Sie vermissen die Ordnung. Neid schlägt ihnen entgegen, auch weil sie sichere Renten aus Deutschland beziehen. Geht doch zurück, wenn es euch nicht gefällt, sagen die Griechen. Doch Pavlos und Anatoly wissen sich zu helfen. Rainer Schildberger, 1958 in Berlin geboren, studierte Musik, Geschichte und Sport in Darmstadt, Berlin und Los Angeles. Seit 1994 Feature- und Hörspielautor. Schreibt auch Romane und Erzählungen. Für Deutschlandfunk Kultur u.a.: "Fuchtel und ich" (Deutschlandfunk 2018), "Ingredients of Democracy" (RBB/Deutschlandfunk 2016), "Die Tauben vom Hauptbahnhof" (Deutschlandfunk 2015) und "Das Katastrophenspiel" (NDR/Deutschlandfunk 2012). Er lebt in Berlin. Rückkehr nach Asprovalta

Samstag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Synapsis Von Jörg Diernberger Komposition: Jörg Diernberger und Gunnar Geisse Ugo, Neurologe: Steffen Schlösser Ilvie, Neurologin: Lena Noske Bertram Wagebrecht, Programmierer: Robert Nickisch Prof. Timmermann, Chefärztin: Claudia Lietz Dr. Walter, Rechtsanwalt: Dietrich Lehmann Joa, ein Junge: August Reto Krankenschwester: Franziska Martin Dennis Wagebrecht, Büroleiter: Jörg Diernberger Regie: der Autor Produktion: WDR 2017 Wiederholung: WDR 5 So 17.04 Uhr

Samstag 19:04 Uhr HR2

Live Jazz

Verneri Pohjola"s The Dead Don"t Dream | YLE TV Studio, Finnish Broadcasting Corporation Helsinki, Mai 2020 | Verneri Pohjola, tp | Tuomo Prättälä, p | Antti Lötjönen, b | Mika Kallio, dr | YLE TV Studio, Finnish Broadcasting Corporation, Helsinki, Mai 2020 (streaming performance; concert originally planned on stage of Finnish National Theatre, cancelled owing to Covid-19)

Samstag 20:00 Uhr SRF 2 Kultur

Hörspiel

«Der mechanische Türke» von Petr 0ourek Ein modernes Märchen von einem, der auszog, ein Tech-Start-up zu gründen. Und eine kluge Satire auf die Zumutungen des digitalen Kapitalismus.

Samstag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

des Monats Laute Nächte Von Thomas Arzt Regie: Andreas Jungwirth Mit Sarah Viktoria Frick, Marie-Luise Stockinger, Felix Kammerer und Nikolaus Barton Komposition: Hearts Hearts Produktion: ORF 2020 Länge: 45"03"" Die Begründung der Jury: "Das muss man sich erst mal trauen: Ein Hörspiel über Gehörlosigkeit. In dem vom ORF produzierten Stück "Laute Nächte" sind der Autor Thomas Arzt und der Regisseur Andreas Jungwirth dieses Wagnis eingegangen. Anna ist gehörlos, Martin nicht. Bei ihrer ersten Begegnung spielt das keine Rolle. Denn die findet auf der Tanzfläche in einem Club statt, wo man die Bässe der Musik mit dem ganzen Körper spüren kann - und es zu laut ist, um sich zu unterhalten. Eine klassische, fast prototypische Boy-meets-Girl-Geschichte dient Thomas Arzt als Folie für eine Versuchsanordnung. Wann wird es, nach der ersten, durch stumme Blicke und körperliche Anziehung vermittelten Begegnung, kompliziert? Wann wird sich entscheiden, ob Martin Anna als "behindert" einschätzt und das Interesse an ihr verliert - oder sich die Möglichkeit für eine echte Beziehung eröffnet? In formaler Hinsicht besticht das poetische Hörspiel durch seine dramaturgische Stringenz und eine alltagsnahe Sprache, die gleichwohl gerade so stilisiert ist, dass klar wird: Es geht hier nicht um platten Sozialrealismus, sondern um die Reflexion von Erfahrungswelten. Inhaltlich ist die große Leistung des Stücks, dass es nicht nur Hörenden einen Perspektivwechsel in die Situation von Gehörlosen ermöglicht. Die Themen, die Anna im Dialog mit Kathi verhandelt, sind ganz generell für das Verhältnis von Menschen mit und ohne Behinderung relevant, wenn nicht gar noch allgemeiner für das von Mehrheitsgesellschaft und marginalisierten Gruppen. Der zentrale Kunstgriff ist es, diese Geschichte als Liebesgeschichte zu erzählen, wo neben der Spannung zwischen Thema und Medium auch noch alle möglichen Kitsch- und Klischeefallen lauern. Doch auch in diese Fallen tappt das Stück nicht, und genau daraus bezieht es seine stärkste Wirkung. Es verhandelt das Verhältnis von Menschen mit und ohne Behinderung im Kontext einer intimen Beziehung - und damit sieht sich das Publikum hautnah mit der Frage konfrontiert, wie man denn selbst mit einer solchen Situation umgehen würde. Wer würde sich in gesamtgesellschaftlichen Diskursen nicht für Barrierefreiheit und Inklusion stark machen? Aber wie würde man sich im Kontext privater Beziehungen verhalten?" Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main zeichnet jeden Monat ein Hörspiel aus den Produktionen der ARD-Anstalten aus. Die Entscheidung über das HÖRSPIEL DES MONATS trifft eine Jury, die jeweils für ein Jahr unter der Schirmherrschaft einer ARD-Anstalt arbeitet. Am Ende des Jahres wählt die Jury aus den 12 Hörspielen des Monats das HÖRSPIEL DES JAHRES. Laute Nächte

Samstag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Jazztime

Der Mann der vielen Rhythmen - Dave Brubeck zum 100. Geburtstag Von Hans-Jürgen Schaal Rhythmen beschäftigten ihn schon als Kind. Beim Reiten auf der elterlichen Farm habe er gerne "gegen" den Trabtakt des Pferdes "angesungen". Auch die Rhythmen der Schmiedehämmer und landwirtschaftlichen Maschinen faszinierten ihn. 1959 veröffentlichte sein Quartett das Album "Time Out", auf dem es kein einziges Stück mehr in einem durchgängigen Viervierteltakt zu hören gab - es wurde das bis dahin erfolgreichste Instrumentalalbum des Jazz. In der Folge entwickelte sich der Pianist Brubeck zum Spezialisten für ungewohnte Taktarten. Die ungeraden Metren passten gut zu seiner oftmals sperrigen Spielweise.

Samstag 23:05 Uhr NDR Info

Nachtclub Classics

Spacemans Raumpatrouille Zum 95. Geburtstag des Filmkomponisten Peter Thomas Mit Sven Ahnert Mit der elektronisch verfremdeten Roboterstimme von Peter Thomas für die Raumpatrouille Orion kam der große Durchbruch: Sieben Folgen lang surrte die Untertasse mit Dietmar Schönherr und Eva Pflug durch die Bavaria Studios in München und machte den am 1. Dezember 1925 in Breslau geborenen Komponisten Peter Thomas weltberühmt. Cool, mit eigenartigen Halleffekten und einer Mischung aus Cocktailmusik und Tanznummern brachte er die sperrig wirkenden Raumfahrer zum Tanzen. Das Titelthema verzückte weltweit Popmusiker wie Jarvis Cocker und produzierte Dutzende Coverversionen dieses Evergreens in a-moll. Eine Nummer und das wars? Weit gefehlt. Peter Thomas war ein Allroundtüftler und Vollblutmusiker der dem Hexer von Edgar Wallace auf die Sprünge half, unartige Schulmädchen psychedelisch untermalte und einen Traktor in Free-Jazz-Manier tuckern lies. Am 17. Mai 2020 starb Peter Thomas in seinem Haus in Lugano. Wir erinnern noch einmal an den großen Allround-Musiker, der mit wenigen Klängen und Sounds einen eigenen Kosmos schuf: Peter Thomas-Musik. Erstsendung Sonnabend, Wiederholung am Mittwoch auf NDR Blue

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